1949
Den Spielwarenherstellern fehlt nach der Teilung Deutschlands eine geeignete Messe für die Präsentation ihrer Produkte. Einige weitsichtige und risikobereite Unternehmer beschließen in Nürnberg eine deutsche Fachmesse ausschließlich für Spielwaren zu gründen. Die Gründer (von links): Carl Ehmann (Märklin), Hans Mangold (GAMA), Ernst Theodor Horn (Hauptgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Spielzeugindustrie), Arno Drottboom (Direktor der VEDES).
1950
Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard eröffnet die erste Deutsche Spielwaren-Fachmesse in Nürnberg. Vom 12. bis 18. März 1950 stellen 351 Aussteller aus und 4.321 Einkäufer kommen, darunter 600 aus dem Ausland. Nach der erfolgreichen Premiere gründen der Messeausschuss und 46 Firmen am 11. Juli 1950 eine Genossenschaft. Fritz Drescher leitet als geschäftsführendes Vorstandsmitglied von 1950 bis 1974 das Unternehmen.
1951
Das erste Logo der Fachmesse, der Stadtturm mit den Initialen, gab nur ein kurzes Gastspiel. Schon zur 2. Veranstaltung tritt die Deutsche Spielwaren Fachmesse mit einem neuen Logo auf. In ihm vereint der Grafiker Viktor Kaltenbach Spielzeug, für das das Schaukelpferd steht, mit Nürnberg, symbolisiert durch den Stadtturm. Seitdem ist das Messepferdchen mit wenigen Layout-Anpassungen weltweit der Inbegriff der heutigen Leitmesse geworden.
1957
In der anhaltenden Debatte über eine mögliche Internationalisierung der Fachmesse gibt Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard den letzten Ausschlag. Zur Eröffnung der Deutschen Spielwaren-Fachmesse 1957 forderte er in seiner Rede: "Ich möchte nächstes Jahr das Wort "Deutsche" hier nicht mehr sehen!"
1958
Als die "Internationalen Spielwarenmesse Nürnberg" auch internationale Unternehmen einlädt, beteiligen sich auf Anhieb 60 ausländische Firmen unter den 830 Ausstellern. Diese Zahl verdoppelt sich im Folgejahr und steigt seither stetig an. Seitens der Besucher sind ein Drittel der 12.000 Besucher internationale Gäste.
1960
In den 60er Jahren wächst die Spielwarenmesse rasant. Nach der weiteren Ausdehnung auf die neu errichteten Messebauten, Behelfs-, Ausweichgebäude und Leichtbauhallen sind sämtliche Platzkapazitäten rund um das alte Messegelände am Stadtpark erschöpft. Diskussionen zwischen Messeleitung und der Stadt Nürnberg über ein neues Messegelände beginnen.
1973
Die Internationale Spielwarenmesse zieht in das neu erbaute Messegelände in Nürnberg-Langwasser. Die Ausstellungsfläche klettert auf 52.000 qm und bietet erstmals Platz für eine konsequente Warengruppengliederung. Zuvor war nur der Bereich Modellbau, Hobby und Basteln zusammengefasst.
1974
Dr. Benno Korbmacher ist Messechef der Spielwarenmesse eG von 1974 bis 1996. Er setzt sich gegenüber der Messehallen GmbH, ein Vorläufer der heutigen NürnbergMesse GmbH, für den weiteren Ausbau des Messegeländes ein. Gleichzeitig gelingt ihm durch die Messevergrößerung, die weltweite Bedeutung der Fachmesse zu steigern.
1991
Die Internationalität der Spielwarenmesse steigt weiter und knackt die Zweitausender Marke: Unter den 2.078 Ausstellern kommen 938 aus dem Ausland. Von den 51.140 Besuchern reisen 15.737 internationale Gäste an.
1996
Mit Gerd Bise übernimmt erstmals ein Messefachmann von 1996 bis 2002 die Leitung der Spielwarenmesse eG. In der Zeit modernisiert das Unternehmen seine Marketingaktivitäten, erweitert das internationale Repräsentantennetzwerk und weitet die Aktivitäten der Genossenschaft über die Internationale Spielwarenmesse hinaus national und international aus.
1997
Die verstärkten Marketingaktivitäten weltweit erfordern eine Anpassung des Veranstaltungsnamen und des Logos. In der Kommunikation zur Messe 1998 nennt sich die Leitmesse "Spielwarenmesse International Toy Fair Nürnberg". Das Unternehmen begleitet im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums deutsche Spielwarenhersteller ins Ausland. Sie führt die Bundesbeteiligung an der American International Toy Fair in New York durch. Aufträge zur Durchführung von Bundesbeteiligungen an den Branchenmessen in Hongkong, Moskau und Los Angeles folgen in den kommenden Jahren.
1998
Eine ganz neue Standbauqualität bringt die Halle 12.2 mit einem neuartigen Feststandkonzept 1998 in die Spielwarenmesse. Rund 30 internationale Unternehmen, darunter weltbekannte Markenführer, mieten die Standfläche ganzjährig. So können sie ihre aufwändigen Unternehmensauftritte auch außerhalb der Messelaufzeit nutzen. Zum Beispiel während der Preview "ANTE", mit der die Spielwarenmesse eG erstmals eine weitere Eigenveranstaltung organisiert. Dort haben Spielwarenindustrie und -handel von 1998 bis 2001 immer im November die Möglichkeit sich über die kommenden Neuheiten auszutauschen.
1999
Die Spielwarenmesse International Toy Fair Nürnberg feiert ihr 50-jähriges Jubiläum. Zu diesem Anlass gibt sie das Buch "50 Jahre Spielwarenmesse Nürnberg. Geschichte eines Erfolges." heraus. Das Unternehmen zieht im Jubiläumsjahr vom Messezentrum Nürnberg in ein nahe gelegenes Bürogebäude in der Münchener Straße.
2001
Unter die zahlreichen Ehrengäste, die im Laufe der Zeit zu einem Messebesuch kamen, reiht sich erstmals ein Bundeskanzler. Gerhard Schröder eröffnet die 52. Spielwarenmesse International Toy Fair Nürnberg.
2002
Die Spielwarenmesse eG organisiert von 2002 bis 2007 in Kooperation mit der China Toy Association die Shanghai International Toy, Baby & Gift Fair in China. Ernst Kick, Messechef seit 2002, bringt langjährige Messeerfahrung ins Unternehmen mit. Die Internationalisierung der Unternehmensaktivitäten treibt er mit Kooperationen, Unternehmensbeteiligungen und Gründung von Tochterunternehmen voran. Unter seiner Leitung professionalisiert das Unternehmen weiter die Organisation und baut die Leitfunktion der Messe aus.
2003
Ab 2003 wird auf der Spielwarenmesse jeweils ein Spezialthema des Jahres durch eine Aktionsfläche für die Fachbesucher aus dem Handel aufbereitet. Das Unternehmen führt im November mit den Ausstellern der Feststände eine zweitägige Informationsveranstaltung namens ToyPreview durch. In Halle 12.2 erhalten Zentraleinkäufer und Vertreter der Einkaufskooperationen der Branche eine erste Orientierungsmöglichkeit für das kommende Geschäftsjahr.
2004
Das Messeteam startet eine Offensive, damit die Aussteller ihre Messeneuheiten im Rampenlicht platzieren können. Dafür bieten sich nun neben der bestehenden Neuheitenschau namens PressPreview auch das InnovationCenter in Halle 4 und der InnovationGuide an. Die innovativsten Spieleideen können die ausstellenden Unternehmen für den ToyAward einreichen. Eine unabhängige Jury zeichnet die Sieger in verschiedenen Kategorien aus.
2005
Die Frankfurter Buchmesse und die Spielwarenmesse eG kooperieren für ihre Aussteller. Während zur Frankfurter Buchmesse die Spielwarenhersteller im Gemeinschaftsstand "Spiele/n im Buchhandel" 2005 bis 2008 ihr Angebot dem Buchhandel präsentieren, stellen 2005 bis 2007 die Kinder-, Jugend- und Hobbybuchverlage ihre Kinder- und Jugendbücher den Spielwarenhändlern auf der Spielwarenmesse in Nürnberg vor. So erschließen sich Hersteller und Verlage über die Vertriebsplattform Messe neue Distributionskanäle.
2007
Ein einzigartiges internationales Messeprogramm startet. Es zielt darauf, den Kunden der Spielwarenmesse eG die Tore zu den attraktivsten Spielwarenmärkten der Welt zu öffnen. Dazu schafft Ernst Kick 2007 über entsprechende Kooperationsvereinbarungen mit führenden Fachmessen die Grundlage. Den ersten Gemeinschaftsstand unter dem Namen World of Toys by Spielwarenmesse eG präsentiert der Messe- und Marketingdienstleister 2008 auf der Hong Kong Toys & Games Fair.
2008
Die Spielwarenmesse eG und die Russian National Toy Association, der russische Verband der Spielwarenhersteller, gründen ein gemeinsames Unternehmen, die RNTA Expo. Vom 18. bis 21. März 2008 veranstaltet sie die ToyRussia auf dem Messegelände Crocus Expo. Das Ergebnis übertrifft die Erwartungen deutlich.
2009
Die Spielwarenmesse International Toy Fair Nürnberg feiert ihr 60. Jubiläum mit über 3.000 Messegäste im CCN Ost und in der Innenstadt. Das Team vernetzt nicht nur zur Messe die Branche sondern künftig auch das ganze Jahr. Im Dezember startet das Unternehmen die Online Business Community www.yourtoycom.com als Netzwerk für Spielwarenprofis mit zahlreichen Marktinformationen - ab 2011 auch mit Expertenpapieren namens RedPaper.
2010
ToyKnowHow, ToyInnovation und ToyNetwork bilden die drei Erfolgsfaktoren, von denen Messeteilnehmer bei ihrem Besuch der Spielwarenmesse in Nürnberg profitieren. Besonders das Wissensangebot ToyKnowHow baut die Spielwarenmesse eG aus. Zum Messefinale vermittelt die Global Toy Conference Kongressteilnehmern geballte Kompetenz zu Brennpunktthemen der Spielwarenbranche.
2011
Nach dem großen Erfolg des Messemottos Toys go green setzt die Spielwarenmesse ihr nachhaltiges Engagement fort. Auf Facebook www.facebook.de/toysgogreen lädt sie zum Wissensaustausch ein. Damit wendet sich das Messeteam erstmals auch direkt an Konsumenten. Gleichzeitig baut das Unternehmen seine eigenen Social Media-Aktivitäten auf Twitter, Facebook und Youtube aus.